Video Streaming unter OS/2 und eComStation im Heimnetzwerk mit Synology Disk Station und VLC





Die DS 212j

Hier möchte ich meine Lösungen darstellen, mit denen es mir möglich ist, unter unseren geliebten Betriebssystem auf bereitgestellte Multimediadienste zugreifen zu können. Zentraler Bestandteil meines Netzwerkes ist eine Synology DiskStation DS 212j (hier der Nachfolger der DS212j), die mir nun seit mehr als zwei Jahren treu zu Diensten ist. Die DS bietet vielfältige Möglichkeiten und Dienste an, von denen ich noch lang nicht alle genutzt habe oder jemals nutzen werde. Die DS dient mir als Fileserver, Mediaserver oder VPN Server, um nur einiges zu nennen. Mein Hauptaugenmerk liegt hier bei den Fähigkeiten Multimediainhalte unter OS/2 wiederzugeben und zu streamen. Der Zugriff auf die Disk Station ist vielfältig. Ob SAMBA, FTP, SFTP, NFS oder Webinterface, dem Zugriff mit OS/2 Bordmitteln steht nichts im Wege.

Eingerichtet auf meiner DS sind u.a. der Mediaserver, Audio Station, Photo Station und Video Station. Diese Dienste können über den Disk Station Manager, das zentrale Webinterface der Disk Station konfiguriert, bedient und verwaltet werden. Ebenso steht eine umfangreiche User-und Rechteverwaltung, wie unter Linux üblich, zur Verfügung. Ich bin noch im Besitz eines Freecom NAS-Systemes, jedoch nutze ich dies nicht mehr als Mediaserver, da die Synology Disk Station dem Freecom -NAS m.E. Nach haushoch überlegen ist.


Wie die Disk Station eingerichtet wird, will ich hier nicht beschreiben, dafür gibt es im Internet ein sehr gutes Forum mit kompetenter Hilfestellung und gut gemachte Wikis. Andere NAS-Systeme mögen ähnliche Möglichkeiten bieten, jedoch stehen mir diese nicht zur Verfügung.



Netdrive 3.14

Direkter Zugriff auf die Disk Station

Der direkten Zugriff auf die DS erfolgt bei mir mit Hilfe von Netdrive 3.14. Netdrive stellt mir die freigegebenen Ordner der DS mittels FTP und Samba zur Verfügung und bindet die Freigaben nahtlos in meine WPS ein. Somit kann ich über einfache Laufwerkszugriffe auf die Inhalte zugreifen und diese abspielen bzw. betrachten. Ob PM123, Z!, VLC oder Mplayer, keine Anwendung macht Probleme.



Anmeldefenster der Disk Station

Zugriff über den Disk Station Manager 5.0

Der Synology Disk Station Manager ist neben der Einrichtung und Verwaltung der Disk Station auch für die Wiedergabe von Video und Musikinhalten über die Weboberfläche zuständig.



Audio Station

Audio Station

gibt Audioinhalte verschiedenster Formate wieder. Es kann an/von DLNA-Clients und über die Weboberfläche auf den Rechner gestreamt werden. Auch die Wiedergabe über die Stereoanlage mittels USB Audio Adapter funktioniert gut.



Photo Station

Photo Station

präsentiert neben Fotografien und Bildern verschiedenster Formate auch Videoinhalte. Photo Station beinhaltet eine Blog Funktion und Möglichkeiten Bilder mit sozialen Netzwerken zu teilen.



Video Station

Video Station

Näher eingehen möchte ich auf die Möglichkeit mit der Video Station Livestreaming unter eCS zu nutzen. An die DiskStation ist ein USB-DVB-T Stick angeschlossen. Mittels der Video Station kann man Aufnahmen programmieren und Livestreams erstellen. Interessant ist dies für mich in dem Zusammenhang, das ich Emperoar TV auf meinem Thinkpad X41 mit eCS 2.2 beta und dem Legacy Mode, also ohne APIC, nicht zum laufen bekomme, ohne auf die Suspend / Resume Funktion zu verzichten. Entweder installiere ich die USB Treiber, die Emperoar TV beiliegen, dann klappt Suspend / Resume nicht, oder die in eCS USB vorhandenen Treiber wollen nicht mit EmperoarTV.


Die Streaming Adresse


In der Video Station geht man auf TV Aufnahme, wählt im Menü DTV aus und bestätigt Livestream. Es erscheinen die vorhandenen Kanäle und nach Auswahl eines Kanals wird die Streaming Adresse in einem Popup Fenster angezeigt.

Das Video Station Fenster mit eingeschaltetem Streaming. Die URL wird angezeigt und kann kopiert werden. Damit sind die Voraussetzungen für die Streamwiedergabe unter eCS erfüllt und VLC kann gestartet werden und mit der URL gefüttert werden. Nach ein paar Sekunden öffnet sich der Stream und kann angeschaut werden. Je nach Stream kann noch der Audiokanal gewählt werden, z.B. für Audi-Descripton.






Eingabe der URL in VLC

Die Streamausgabe in VLC



Fehlermeldung Browserfenster

Die Wiedergabe von gespeicherten Videos oder Livestreams im Browserfenster geht unter OS/2 eCS nicht, da die erforderlichen Plugins nicht zur Verfügung stehen. Das dem MPlayer beigefügte Plugin habe ich noch nicht ausführlich getestet.




VLC als Streaming Server unter OS/2 / eCS.


VLC bietet die Möglichkeiten Inhalte verschiedenster Herkunft zu streamen. Sowohl die Quellenauswahl bietet verschiedenste Optionen an, wie auch die Auswahl der Ausgabe. Auch das weiterleiten von Streams ist machbar.




Medienauswahl in VLC

  1. Streamen einer lokal vorhandenen Videodatei.
    Im VLC Menü öffnen von Medien > Stream (STR-S). Es erscheint das Auswahlfenster Datei Medium Netzwerk Aufnahmegerät öffnen. Ausgewählt wird eine Videodatei, die lokal verfügbar ist, oder es wird eine Streamadresse angegeben, die weitergeleitet werden soll.


Auswahl der Datei

  1. Und bestätigen die Auswahl mit dem STREAM Button unten im Auswahlfenster.




  1. Im nächstem Fenster wird die ausgewählte Datei nochmals angezeigt und ein Hinweis angezeigt mit NEXT geht es weiter.




  1. Hier wird das eigentliche Streaming eingestellt. Zuerst in der Auswahlliste als neues Ziel HTTP auswählen und HINZUFÜGEN drücken.




  1. Jetzt erscheint ein weiteres Dialogfenster in dem der Ausgabeport und im Eingabebereich des Pfades Eingaben zu machen sind. Den Port kann man auf 8080 belassen. In der Pfadangabe kann irgend etwas stehen: meinstream oder stream oder warpstream. Es kann weitergehen und mit NEXT bestätigt werden.




  1. Zuerst deaktiviere ich Transkodierung , da auf meinem X41 nur eine Pentium CPU werkelt. Ob das Transcoding überhaupt unter OS/2 eCS funktioniert weiß ich nicht. Die Profilauswahl muss der Videodatei entsprechen. Mit NEXT bestätigen und ein weiteres Fenster öffnet sich.

    Ist man sich nicht sicher welches Format die gewählte Videodatei hat, einfach die Datei vorab einmal zur Wiedergabe öffnen und unter Werkzeuge > Medieninformationen nach schauen.




  1. Hier aktiviere ich ALLE ELEMENTARSTREAMS STREAMEN und bestätige mit dem STREAM Button. Die Streamausgabe startet und kann auf einem anderem Ausgabegerät betrachtet werden.






  1. Videolan im Serverbetrieb. Oben in der Wiedergabeliste erscheint der Stream mit der Gesamtlänge.

    Im Hauptfenster sieht man die abgelaufene Zeit. Die Systemlast liegt bei 3-5% auf meinem X41.


Wiedergabe auf WIN7 und gleichzeitig auf dem Smartphone.

  1. Zur Wiedergabe auf einem anderem PC wieder VLC starten und wieder im Menü auf Medien > dann Netzwerkstream öffnen und die URL eingeben. In meinem Fall hat der VLC Server die Adresse http://192.168.2.8:8080/warpstream, diese gebe ich im VLC Client ein und der Stream startet. Dies geht genau so auch mit Mplayer. Hier die Wiedergabe des Streams auf meinem Smartphone und gleichzeitig auf einem anderem Rechner.

Zusammenfassung:

Unter OS/2 eCS ist es mittlerweile durchaus möglich in guter Qualität Videos wieder zu geben. Ob lokal oder als Stream, mit VLC oder Mplayer stehen zwei Lösungen zur Verfügung. Mit VLC zusätzlich auch die Möglichkeit einen Streaming Server zu betreiben. Die in VLC eingebauten Funktionen VOD und Broadcast habe ich noch nicht getestet. VLC läuft auch unter einem solch altem System, wie dem IBM Thinkpad X41 mit eComStation 2.2 beta 2 , flüssig und ohne Unterbrechungen und das auch mit der Atheros WLAN Karte mit nur 54MBit. Auf modernen Systemen mit Mehrkern Prozessoren sollte es auch möglich sein Transkodierung zu nutzen

Anmerkung:

VLC zickt schon mal wenn man eine Videodatei über die VLC-Oberfläche stoppt. Dann hilft es nur den Prozess zu „killen“. Nicht immer führt das bei mir zum Erfolg und ein Neustart ist notwendig :-(. Ich habe mir angewöhnt einfach das VLC Fenster komplett zu schließen anstatt die Wiedergabe zu stoppen..